Dienstag, 31. März 2015

Flohmarktfunde 2015, die erste

❞Was kriegste?❝

Viel zu viele „sehr gute“ Spiele sind hier in letzter Zeit aufgetaucht. Das muss sich ändern. Und es wird sich ändern, denn ich sehe mich ja auch als Warner vor vermeintlichen Spieleschnäppchen auf dem Flohmarkt.

Diamant

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber auf dem Flohmarkt gesehen:
(Fotos folgen)

❞Feigling!❝

Eigentlich müsste Diamant ein Dauergast in den Regalen im Spielwarenhandel sein, denn in praktisch allen größeren Gruppen kam das Spiel bisher großartig an. Aber nein: vor ein paar Jahren lagen die Schachteln für höchstens 10 Euro pro Stück im Ramsch einer großen Warenhauskette. Hätte ich doch mal ein paar mitgenommen: zum einen wären sie schöne Mitbringsel für Familien mit Kindern ab 7 gewesen, zum anderen wird das Spiel vergleichsweise hoch gehandelt – eben weil es inzwischen vom Markt verschwunden ist.

Es geht um push your luck (was man auf Deutsch in etwa mit „überreiz dein Glück nicht!“ oder „was willst du wagen?“ übersetzen könnte), um eine Spielregel, die sehr schnell erklärt ist, um ein Spiel für bis zu 8 Personen, das bei allen Spielerzahlen fast gleich schnell gespielt ist, und um eine weitgehend gelungene, ungewöhnliche Ausstattung. Und es geht darum, Massen von Edelsteinen aus gefährlichen Höhlensystemen herauszuholen.

Montag, 30. März 2015

Die Peking-Akte

Erstauflage nicht, Zweitauflage da und dort noch im Handel erhältlich, beide aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Ich habe den Täter nicht gesehen.❝


In einer chinesischen Kleinstadt ist eines von 50 Verbrechen geschehen und wir Spieler müssen es aufklären. Wir latschen also zu den möglichen Zeugen, schauen uns deren Karten an (die zuvor nach Vorgabe des Kriminalfalls ausgelegt werden) und wissen dann, ob der Täter groß oder klein, dick oder dünn etc. war, um nach möglichst wenigen Informationen zielsicher den Täter zu identifizieren. Natürlich müssen wir vorher den Weisen Mann aufsuchen, der uns sagt, welcher der Zeugen lügt.

Uri Geller’s Strike!

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞The game is yours!❝

Dieses Spiel kam auf den Markt, als Uri Gellers Stern zwischenzeitlich Ende der 80er kurz aufflammte, bevor er dann Jahre später ein längeres Comeback im Privatfernsehen feierte. Unterhaltsam fand ich ihn ja schon immer, auch wenn ich alle seine Fähigkeiten für Jahrmarktsquatsch halte. Bekannt geworden ist er als "übersinnlicher" Löffelverbieger und so liegen Strike Haufen von verbogenen Plastiklöffeln bei (sie sind die Trostpreise), worauf man es in Wahrheit abgesehen hat, sind (Plastik-)Goldbarren. Die bekommt man, wenn man Quizfragen zu Europa korrekt an magischenmagnetischen Orten beantwortet.

Goldraub in London

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Das Spiel mit der Maske❝

Wow, was für ein Schachtelcover! Die ganze atemberaubende Welt der Edgar-Wallace-Romane wird lebendig, man vermeint förmlich, im Londoner Nebel Heinz Drache und Eddie Arendt zu sehen, die Klaus Kinski jagen. NICHT!
Der Spieleverlag ASS hatte wohl gerade die Wallace-Lizenz, bekam ein akzeptables Piratenschatzsuchspiel angeboten und stülpte diesem eine Goldbarrensuche in London über. Durch Hinweise anderer Spieler muss man auf die Verstecke diverser Goldbarren schließen.

Das Pferd von Troja

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Hüte dich vor Danaern, die Geschenke bringen!❝

Alex Randolph, einer der vielseitigsten Spieleerfinder und sicherlich einer der Motoren hinter den Spielen, wie sie seit den 80er Jahren als „Eurogames“ einen weltweiten Siegeszug angetreten haben, hat in seinem Leben nie ein schlechtes Spiel herausgebracht. Meistens sehr gute und gute, aber auch ein paar mittelmäßige. Das Pferd von Troja gehört zu letzteren, leider.

Deukalion

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt (oder im Ramschverkauf) gesehen:

❞Griechen-Bashing!❝


Tolle, neuartige Spielmechanismen zu einem sehr gut ausgestatteten Familienspiel verwoben. Im griechischen Meer zur Zeit der Göttersagen umhersegeln, Kämpfe mit Carcassonne-Männchen auswürfeln (die unterschiedlich Punkte bringen, wenn sie auf Bauch, Rücken oder Seite liegenbleiben), Aktionsmöglichkeiten mit einem Würfelbecher festlegen, dessen fünf Würfel in fünf Vertiefungen auf dem Becherboden liegen bleiben und vom Spieler durch Drehen des Bechers auf einem Aktionsraster zugeordnet werden?

Klingt toll und ist auch toll, jedenfalls zu Beginn.

Samstag, 21. März 2015

Heroscape

Dazu reicht eine Grundbox des Spiels? Ja, ungefähr, aber zusätzlich noch
1x Swarm of the Marro,
3x Road to the Forgotten Forest,
2x Ticalla Jungle,
2x Battle for the Underdark
1x Fortress of the Archkyrie
und unzählige Figuren …
Noch einmal muss das Archiv dran glauben und wieder ist es ein Gralsspiel (irgendwie) und wieder ist es ein (nach meiner Meinung) „sehr gutes“ Spiel – und wieder ist es ein leider vergriffenes Spiel, für das auf dem Gebrauchtmarkt derzeit hohe Preise gezahlt werden. 

Heroscape (etwa: „Heldenlandschaft“) war zum Zeitpunkt des Erscheinens der Grundbox bereits sensationell: Eine riesige, randvoll gepackte Schachtel mit ca. 30 halbwegs ansehnlich fertig bemalten Figuren und mit pfundweise sechseckigen Plastikteilen, die wie ein Baukastensystem an- und aufeinander passen, und mit denen sich eindrucksvolle Landschaften gestalten lassen. Wer dieses Spiel im Regal eines Warenhauses – übrigens beim Erscheinen zu einem ausgesprochen günstigen Preis – gesehen hat, dachte dann auch prompt an (martialisches) Spielzeug, nicht daran, dass es sich um ein reizvolles Einsteiger-Tabletopspiel handeln könnte. Das war sicherlich der erste Sargnagel für das von Hasbro/MB 2004 herausgebrachte Spielsystem, denn es hat nur knapp über 5 Jahre überlebt.

Tabletop? Noch nie gehört? Wirklich noch nie gesehen, wie Jungs aller Altersgruppen kleine Metall- oder Plastikminiatur-Fantasyfiguren oder Science-Fiction-Helden zusammen basteln, teils atemberaubend schön bemalen und damit auf modelleisenbahnähnlichem Gelände epische Schlachten nachspielen? 

Montag, 9. März 2015

ZDF-Samstagabendshow: Das Spiel beginnt

❞Wetten, dass das Spiel bald aufhört?❝


Live konnte ich die neue Samstagabendshow des ZDF auf dem Sendeplatz von „Wetten, dass?“ nicht sehen (aber das konnte genau genommen fast niemand, siehe unten). Die Ursache meiner jetzt gut zweimonatigen Spieleabstinenz und der daher vergleichsweisen Ruhe in diesem Blog hatte just an diesem Abend (Test)Premiere, womit ich seit Sonntag endlich wieder etwas Zeit habe – und so bemühte ich am Sonntagabend die ZDF-Mediathek und habe mich tatsächlich ohne Vorspulen komplett durchgequält. Ach Quatsch, so schlimm war es gar nicht.

Damit bin ich natürlich mit meiner Besprechung des Formats (einer Gesellschaftsspiel-Show, in der Kinder gegen Erwachsene antreten) wieder mal viel, viel zu spät dran: Alle anderen haben schon Stunden nach der Ausstrahlung darüber geschrieben, und fast immer kein gutes Haar dran gelassen. Ich kann mich der meistens herben Kritik der Medien und Twitter-Kommentatoren jedoch nicht so ganz anschließen (ich bekrittele teils ganz andere Sachen), war die überwiegende Zeit ganz gut unterhalten, halte das Konzept aber trotzdem für kaum zu retten.