Montag, 9. November 2015

Room Escape (Live-Spiel)

Raus!

❞Braiiins!❝

Mehr zu Room Escape (oder Escape Room?) Games hier.

Natürlich wird nichts über tatsächliche Rätsel und Lösungen erzählt. Bin ja kein Spaßverderber.

Meine ca. zwei aufmerksamen Dauerleser (na gut: ein paar mehr sind es schon) haben es gemerkt: Hier ist schon lange, lange nichts mehr passiert. Ist aber wirklich ein seltsames Jahr gewesen. Leben und Tod machen einem manchmal einen Strich durch die Rechnung.

Um Leben und Tod geht es auch in Aachens erstem Escape Room, der Mitte Oktober 2015 eröffnet wurde. Das Team von „Raus rocks“ hat sich eine ziemlich geniale Hintergrundgeschichte einfallen lassen: Ganz Deutschland ist von einem Zombie-Virus befallen. Ganz? Nein, nicht ganz. Die kleine Enklave Aachen wurde von einer Schutzmauer umgeben und ist dem Vernehmen nach zombiefrei. Damit das auch so bleibt, lassen die „Öcher“ bloß garantiert gesunde Bürger rein: Einen medizinisch verlässlichen Test gibt es nicht - die Inkubationszeit für das Virus kann in Einzelfällen Tage, aber auch manchmal Monate dauern. Nur eins ist sicher: Wer das Virus in sich trägt, dessen Sinne und logisches Denkvermögen schwinden rapide. Will man in die Stadt, muss man sich in einem hastig zusammengezimmerten Testraum diversen Prüfungen unterziehen, die alle Sinne (außer dem Schmecken) beanspruchen und viele Logikaufgaben beinhalten. 
Mit diesem Kniff dürfen sich hinter der Tür zum Escape Room alle möglichen, thematisch natürlich völlig unzusammenhängenden Rätsel befinden, ohne dass die Spieler das Gefühl der Beliebigkeit bekommen.
Vorab so viel: Ich und meine Begleiterin durften den Rückzug antreten, in die Stadt haben wir es (auch nach 10 Minuten Zeitzugabe) nicht geschafft*. 

Montag, 28. September 2015

Room Escape (Live-Spiel)

TEAM Escape: Mr. Nobodys erster Fall

❞ Habt ihr einen Schlüsselbund gefunden?❝

Mehr zu Room Escape (oder Escape Room?) Games hier.

Natürlich wird nichts über tatsächliche Rätsel und Lösungen erzählt. Bin ja kein Spaßverderber.

Der Anbieter Team Escape bietet bei seinen vielen Standorten in Deutschland unterschiedliche Spielzimmer an. Das Quasi-Einsteigerspiel Mr. Nobodys erster Fall lässt sich in diversen Städten spielen. Wir haben es (zu zweit) in Köln ausprobiert.

Mittwoch, 23. September 2015

Potion Explosion

❞ My balls explode!❝

Die deutsche Spielregel ist im Anrollen.
War ja nur eine Frage der Zeit, bis die Tetris-Nachahmer wie Dr. Mario, Candy Crush undwiesiealleheißen auch im Brettspiel ankommen würden. Potion Explosion lässt Zauberzutaten (vulgo: Murmeln) aufeinanderprallen und "explodieren". Ganze Kettenreaktionen lassen sich im Kugelspender auslösen, wenn auch nicht so dramatisch wie einst bei Avalanche von Parker. Nö, man darf lediglich aufeinanderprallende Murmeln gleicher Farbe an sich nehmen, und das Ganze ist bloß auf jeweils eine einzige Bahn des fünfbahnigen Spenders begrenzt.

Den Spender hat Horrible Games jetzt zur Perfektion gebracht (im Sommer war er noch aus zu dünner Pappe und hielt den vielen Testpartien nicht stand). Jetzt sieht das Ding wie eine schicke Zaubertruhe aus, beherbergt 60 Murmeln (die damals noch grünen (Ork-Rotze) sind, produktions- wie auch farbenblindheitsbedingt, schwarzen Kugeln gewichen), und hat fünf Rutschbahnen, in denen jeweils acht Kugeln vollständig sichtbar heranrollen. Einmal zusammengebaut muss man der Gerät nie mehr zerlegen, es passt in die Spielschachtel.

Freitag, 18. September 2015

Live Escape Rooms

❞ Früher hieß das Schnitzeljagd und man war an der frischen Luft!❝

Auf Boardgamegeek und Unknowns und anderen einschlägigen Spieleseiten diskutiert man zurzeit über das Spiel T.I.M.E. Stories, ein Brettspiel mit einer aufwändig zu lösenden Spielaufgabe. Zwar kann (und muss) man mehrere Anläufe starten, um das Geheimnis zu lüften, aber danach ist der Wiederspielwert gleich Null. Man muss Erweiterungen kaufen, um neue Storys spielen zu können.

Viele Spieler sind entrüstet. Die Diskussionen klingen wie diese aus den achtziger Jahren in Deutschland, als verschiedene Anbieter für damals etwa 40 Mark Krimi-Brettspiele herausbrachten, die man ebenfalls nur einmal in einer größeren Gruppe spielen konnte: so viel Geld für ein Spiel, an dem man nur einmal für ein paar Stunden Freude hat? Seinerzeit sind die Krimispiele hierzulande gefloppt. 

Warum also geben unsere Landsleute in großen Massen aber seit ein, zwei Jahren ohne zu murren 15 bis 45 Euro pro Nase aus, um eine Stunde lang ein Spiel zu spielen, das sie danach nie wieder spielen können?

Ich spreche von den weltweit boomenden Escape-Room-Spielen, von denen es derzeit (2015) in Deutschland gut 80 bespielbare Räume gibt. Recht gute Übersichten mit Links zu den Anbietern gibt es zum Beispiel hier oder hier.

In loser Folge möchte ich (spoilerfrei!) über einige dieser Räume berichten.

Wer noch keine Ahnung hat, wovon hier geredet wird, klickt auf

Sonntag, 30. August 2015

Spyfall

❞Sind Punkte hier Nebensache?❝

(keine Fotos, da selbstgemachte Version)

Spyfall ist nicht etwa ein peinliches Ranwanzen an den Bond-Kinokassenerfolg von 2012, nein, nein, es beschreibt präzise, dass man einen der Mitspieler, den Spion, in die Knie zwingen muss.

Und das geht so: Aus einem Kasten mit vielen, vielen Tütchen fischt man eines heraus, entnimmt ihm so viele Karten, wie Spieler mitmachen minus eine, packt dann noch eine titelgebende Spionkarte dazu, mischt und gibt jedem Spieler verdeckt eine Karte.
In einer Runde mit sieben Spielern hat danach ein Spieler die Karte mit dem Hinweis: „Du bist der Spion“ (ohne Ortsangabe) vor sich, die anderen sechs Spieler haben Karten mit immer derselben Ortsangabe, zum Beispiel „du bist in einem Flugzeug“.

Spyfall, Raptor, Potion Explosion, Codenames, Machi Koro

❞Worauf ich mich in Essen 2015 freue❝

Auf Codenames natürlich, die deutsche Version sollte es knapp noch auf die SPIEL schaffen. Zwar habe ich inzwischen eine Partie erlebt, in der gutwillige, aber sprachlich wenig gewandte Spieler riesige Probleme hatten, mehr als einen Begriff zusammenzufassen, aber es bleibt dennoch ein großartiges Spiel.
Offenbar plant CGE, der Verlag des Spiels, auch eine Version mit Bildern statt Wörtern. Die dürfte dann bedenklich nahe an Dixit Jinx liegen, aber wer weiß, welche Kniffe CGE noch einbaut.
Ausprobieren können Besitzer von Dixit eine Bilderversion bereits jetzt: Einfach 25 Dixit-Karten auslegen und nach den üblichen Regeln spielen. Es funktioniert einwandfrei, mit denselben Schwierigkeiten beim Tipp-Geben und -Erraten und mit denselben Qualen beim Tippgeber, wenn dieser regelgemäß die Klappe halten muss, während sein Team vollkommen auf der falschen Fährte ist oder zwar richtige Begriffe errät, die aber gar nicht erklärt wurden …

Auf Potion Explosion, das ich schon angesprochen habe und hier noch etwas ausführlicher vorgestellt habe (eine Partie mit einem vorläufigen Prototypen ist arg wenig für eine Besprechung, aber wenn Internet-Größen wie Tom Vasel das können – jedenfalls vermutet man das – bin ich eben auch mal so dreist).

Auf die Machi-Koro-Erweiterung von Kosmos, auch wenn ich nicht so recht weiß, warum. Ist und bleibt ja doch ein reines Glücksspiel, oder?

Auf die Colt-Express-Erweiterung, bei der ich allerdings fürchte, dass sie das Hauptspiel zu stark verkompliziert.

Auf Raptor von Matagot, ein taktisches Zweipersonenspiel über eine Velociraptorenfamilie, die von Forschern gejagt wird. Da ich bereits ein selbstgemachtes Handmuster habe, freue ich mich insbesondere auf die schönen Miniaturen (wie üblich bei Matagot sind es individuelle Formen – also bekommt man nicht 10 gleiche Forscherfiguren, sondern unterschiedlich gestaltete). Besprechung folgt.

Und auf Spyfall … von dem ich mir bereits eine eigene Version gebaut habe (nicht wirklich zu empfehlen: die Bastelei ist sehr aufwändig) und es seither häufig spiele. Besprechung der Spielidee hier.

Alles eher einfache Spielideen, meistens schnell erklärt, meistens schnell gespielt. Was sagt das über mich?

Donnerstag, 30. Juli 2015

Ancient Terrible Things

❞Endlich etwas gebacken bekommen!❝

Ich hab zwar schon einmal ein Brettspiel beim deutschen Schwarmfinanzierungs-Portal Startnext mitfinanziert, aber um den Urvater dieser Idee, Kickstarter, hatte ich doch bisher immer einen Bogen gemacht. Gerade bei Brettspielen zeigt sich dort, dass entweder etablierte Verlage Kickstarter als günstige Werbe- und Vorfinanzierungs-Plattform missbrauchen, obwohl sie das Produkt genauso auf herkömmliche Weise in den Markt bringen könnten, oder dass Kleinverleger oder Einzelkämpfer unausgereifte Ideen unters Volk werfen. Als Faustregel galt bisher: Was gut ist, wird auch später außerhalb von Kickstarter erhältlich sein, manchmal sogar früher als für die BackerUnterstützer, höhö.
Kürzlich bin ich aber doch schwach geworden: Bei der Erweiterung zu Ancient Terrible Things (auch das Grundspiel ist 2013 über Kickstarter finanziert worden) habe ich zugeschlagen. Das Grundspiel (es war 2014 in Essen auch für normalsterbliche am Stand des Verlags zu kaufen) hatte es meiner Angetrauten einfach wegen seiner Optik und dem latent cthulhumäßigen Anstrich angetan, und da habe ich es – trotz Bedenken – mitgenommen. Um die Erweiterung kann es hier noch nicht gehen, denn sie wird gerade erst produziert. Daher erzähle ich etwas über das Grundspiel Ancient Terrible Things

Montag, 27. Juli 2015

Codenames

❞Tschechisch: 3.
Vlaada Chvatil – CGE – Sprache!


Mehr oder weniger so wird es aussehen (Handmuster)

Wörter: 25

Auf dem Tisch liegen 25 Wortkarten in fünf mal fünf Reihen. Nur einer aus unserer Gruppe kennt die neun Begriffe, die „unsere“ Begriffe sind. Alle anderen gehören entweder unserer gegnerischen Gruppe oder sind neutral. Unser Erklärer darf uns einen Tipp geben, der aus einem einfachen Wort und einer Zahl besteht.
Das Wort umschreibt einen oder mehrere unserer Begriffe, ohne diese direkt zu nennen, die Zahl sagt, wie viele Karten wir mit dieser Assoziation theoretisch korrekt identifizieren könnten.
Sagt er beispielsweise Arzt: 3 könnten wir uns beraten und nacheinander unter den 25 Wörtern auf BETT, KRANKHEIT und schließlich MILLIONÄR tippen. Die ersten beiden waren richtig und werden mit Karten unserer Farbe abgedeckt, das dritte war nicht nur ein Vorurteil, sondern auch noch falsch. Es ist ein Begriff der Gegenseite, der wir quasi einen Punkt geschenkt haben.

Montag, 29. Juni 2015

Machi Koro

❞Machi Koro!❝

Bilder folgen (nach der Preisverleihung. Hust, hust.)

Das ist Japanisch und heißt wohl "Stadtbau" oder so. Es trifft das Spielthema zwar genau richtig, aber eigentlich habe ich bei Machi Koro nicht das Gefühl, ein Stadt aufzubauen. Ich lege halt Karten ab, die bestimmte Funktionen haben. Mir ist das Thema hier schnurz.

Okay, damit habe ich einen Negativpunkt abgearbeitet. Hier der nächste: ich weiß nicht, warum mir dieses Glücksspiel so gut gefällt.

Samstag, 27. Juni 2015

The Game

❞Fast ganz gut!❝

Tja, wäre die 9 mal nach der 19 gekommen,
dann hätte man vielleicht noch was retten können.
Hier sind 98 Karten, durchnummeriert von 2 bis 99. Die mischen wir und geben jedem 6 davon auf die Hand. Reihum legen wir die jetzt so auf vier Kartenstapeln ab, dass auf zwei Kartenstapeln erst hohe, und dann immer kleinere Kartenwerte liegen, auf den zwei anderen Stapeln ist das genau umgekehrt.

Damit man sich das merken kann, gibt es zwei Karten, die die Aufschrift 100 tragen, und neben denen man immer kleiner werdende Werte ablegen muss, und zwei Karten mit der Zahl 1, neben denen man halt immer größere Werte ablegen muss.

Wer an der Reihe ist, MUSS MINDESTENS 2 Karten aus seiner Hand nach diesen Regeln auf einem oder mehr Stapeln ablegen und sich dann entsprechend viele neue Karten ziehen.
Schaffen wir es, alle unsere Karten loszuwerden, haben wir gewonnen, ansonsten gewinnt das böse dreinblickende Spiel. So, wir können anfangen. Ach so, zwei Kleinigkeiten noch:

Donnerstag, 25. Juni 2015

Spiel des Jahres 2015

❞And the Winner is … arrgh!❝


Einen so hohen Stellenwert wie früher hat der Titel Spiel des Jahres gefühlt nicht mehr, Gründe dafür gibt's mehrere, vielleicht auch den, dass er seit geraumer Zeit auf gleich drei Spielekategorien aufgeteilt wurde: Ein Preis Kinderspiel des Jahres, ein Preis Spiel des Jahres und ein Preis Kennerspiel des Jahres werden vergeben, wobei die Kategorie Kennerspiel mit der grauen Spielfigur für milde anspruchsvolle Spiele gilt, bei denen man definitiv nicht einfach losspielen kann.

In die Endauswahl kommen in jeder Kategorie drei Spiele, eins davon wird feierlich gekürt und sein Verlag kann sich über meistens massiv steigende Umsätze freuen. Auch die Spiele in der Auswahlliste, siehe die Seite des Vereins sind immer gute Empfehlungen.

Das Kinderspiel 2015 steht bereits fest, in gut einer Woche werden wir wissen, welche Spiele aus den beiden "wichtigen" Kategorien gewonnen haben. Erstmals kenne ich bisher keins der nominierten Kennerspiele genauer – aber die drei anderen nominierten Anwärter besitze ich und habe sie bereits häufig gespielt. Hier sind bzw. kommen meine Besprechungen dazu:

Alone, Losers Club, Mara und der Feuerbringer, Bretagne

❞Son of Stahleck!❝

oder: Heidelberger Burgevent, Teil 2 – erster Teil hier: Heidelberger-Burgevent 2015, Teil eins

Bei über 70 Prototypen (oder eben auch schon fertig entwickelten Spielen) war es fast unmöglich, sich einen Überblick über alle zu verschaffen, geschweige denn, sie tatsächlich zu spielen. Ich kann aber noch über ein paar Spiele berichten, die ich zumindest ein bisschen genauer angesehen habe:

Freitag, 12. Juni 2015

Welcome to the Dungeon, Codenames, Turm der Monster, Potion Explosion, SATOR Expansion, Zena 1814, Alien Artefacts, Smart Guys

❞Welcome to the Stahleck!❝

Mehrere Wochen kein neues Material in diesem Blog? Wie konnte es dazu kommen? Lust verloren? Nö, manchmal ist wochenlang eine einzige Sache wichtiger als alles andere, was dann liegen bleibt und mühsam in mindestens der Zeit der Vernachlässigung wieder aufgeholt werden muss. Hier bin ich ja wieder.


Jedes Jahr lädt der HDS, der Heidelberger Spieleverlag, zu einem "Burgevent" auf Burg Stahleck ein. Ein altes Gemäuer bei Bacharach hoch über dem Rhein, das innen eine (auch nach Renovierung) etwas spartanische Jugendherberge … äh … beherbergt. Gelegentlich wird der Ort für Conventions benutzt, und so etwas ist dieses Event eben auch: HDS lädt einen Haufen Spieleverlage aus aller Welt ein, dort ihre mehr oder weniger weit gediehenen Prototypen einer kritischen, handverlesenen Testerschar (= im Wesentlichen die HDS-Supporter) vorzustellen und mit diesen zu spielen. Da darf man dann nach Herzenslust an dem rumkritteln, was man ein paar Monate später in Essen auf der SPIEL kaufen kann. Um dort festzustellen, dass die Kritik sauber von den Verlagen abgeperlt ist.
Zur Sache:

Freitag, 3. April 2015

Takenoko-Erweiterung

❞Nachwuchs im Bambusgarten.❝

Die gute Nachricht:
Dieses Jahr wird das von mir sehr geschätzte Takenoko endlich eine Erweiterung erhalten.
Die schlechte:
Es bleibt leider bei maximal 4 Spielern, die schon lange gewünschte Ausweitung auf fünf oder gar sechs Spieler lässt noch auf sich warten (falls sie denn überhaupt mal kommen sollte, denn so einfach dürfte sie nicht zu konzipieren sein). 

Was passiert in der Erweiterung? 
Durchgesickert ist bereits, dass ein Pandaweibchen und der damit unausweichliche Baby-Panda-Nachwuchs im Garten Einzug halten werden.

Dienstag, 31. März 2015

Flohmarktfunde 2015, die erste

❞Was kriegste?❝

Viel zu viele „sehr gute“ Spiele sind hier in letzter Zeit aufgetaucht. Das muss sich ändern. Und es wird sich ändern, denn ich sehe mich ja auch als Warner vor vermeintlichen Spieleschnäppchen auf dem Flohmarkt.

Diamant

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber auf dem Flohmarkt gesehen:
(Fotos folgen)

❞Feigling!❝

Eigentlich müsste Diamant ein Dauergast in den Regalen im Spielwarenhandel sein, denn in praktisch allen größeren Gruppen kam das Spiel bisher großartig an. Aber nein: vor ein paar Jahren lagen die Schachteln für höchstens 10 Euro pro Stück im Ramsch einer großen Warenhauskette. Hätte ich doch mal ein paar mitgenommen: zum einen wären sie schöne Mitbringsel für Familien mit Kindern ab 7 gewesen, zum anderen wird das Spiel vergleichsweise hoch gehandelt – eben weil es inzwischen vom Markt verschwunden ist.

Es geht um push your luck (was man auf Deutsch in etwa mit „überreiz dein Glück nicht!“ oder „was willst du wagen?“ übersetzen könnte), um eine Spielregel, die sehr schnell erklärt ist, um ein Spiel für bis zu 8 Personen, das bei allen Spielerzahlen fast gleich schnell gespielt ist, und um eine weitgehend gelungene, ungewöhnliche Ausstattung. Und es geht darum, Massen von Edelsteinen aus gefährlichen Höhlensystemen herauszuholen.

Montag, 30. März 2015

Die Peking-Akte

Erstauflage nicht, Zweitauflage da und dort noch im Handel erhältlich, beide aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Ich habe den Täter nicht gesehen.❝


In einer chinesischen Kleinstadt ist eines von 50 Verbrechen geschehen und wir Spieler müssen es aufklären. Wir latschen also zu den möglichen Zeugen, schauen uns deren Karten an (die zuvor nach Vorgabe des Kriminalfalls ausgelegt werden) und wissen dann, ob der Täter groß oder klein, dick oder dünn etc. war, um nach möglichst wenigen Informationen zielsicher den Täter zu identifizieren. Natürlich müssen wir vorher den Weisen Mann aufsuchen, der uns sagt, welcher der Zeugen lügt.

Uri Geller’s Strike!

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞The game is yours!❝

Dieses Spiel kam auf den Markt, als Uri Gellers Stern zwischenzeitlich Ende der 80er kurz aufflammte, bevor er dann Jahre später ein längeres Comeback im Privatfernsehen feierte. Unterhaltsam fand ich ihn ja schon immer, auch wenn ich alle seine Fähigkeiten für Jahrmarktsquatsch halte. Bekannt geworden ist er als "übersinnlicher" Löffelverbieger und so liegen Strike Haufen von verbogenen Plastiklöffeln bei (sie sind die Trostpreise), worauf man es in Wahrheit abgesehen hat, sind (Plastik-)Goldbarren. Die bekommt man, wenn man Quizfragen zu Europa korrekt an magischenmagnetischen Orten beantwortet.

Goldraub in London

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Das Spiel mit der Maske❝

Wow, was für ein Schachtelcover! Die ganze atemberaubende Welt der Edgar-Wallace-Romane wird lebendig, man vermeint förmlich, im Londoner Nebel Heinz Drache und Eddie Arendt zu sehen, die Klaus Kinski jagen. NICHT!
Der Spieleverlag ASS hatte wohl gerade die Wallace-Lizenz, bekam ein akzeptables Piratenschatzsuchspiel angeboten und stülpte diesem eine Goldbarrensuche in London über. Durch Hinweise anderer Spieler muss man auf die Verstecke diverser Goldbarren schließen.

Das Pferd von Troja

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt gesehen:

❞Hüte dich vor Danaern, die Geschenke bringen!❝

Alex Randolph, einer der vielseitigsten Spieleerfinder und sicherlich einer der Motoren hinter den Spielen, wie sie seit den 80er Jahren als „Eurogames“ einen weltweiten Siegeszug angetreten haben, hat in seinem Leben nie ein schlechtes Spiel herausgebracht. Meistens sehr gute und gute, aber auch ein paar mittelmäßige. Das Pferd von Troja gehört zu letzteren, leider.

Deukalion

Nicht mehr im Handel erhältlich, aber oft auf dem Flohmarkt (oder im Ramschverkauf) gesehen:

❞Griechen-Bashing!❝


Tolle, neuartige Spielmechanismen zu einem sehr gut ausgestatteten Familienspiel verwoben. Im griechischen Meer zur Zeit der Göttersagen umhersegeln, Kämpfe mit Carcassonne-Männchen auswürfeln (die unterschiedlich Punkte bringen, wenn sie auf Bauch, Rücken oder Seite liegenbleiben), Aktionsmöglichkeiten mit einem Würfelbecher festlegen, dessen fünf Würfel in fünf Vertiefungen auf dem Becherboden liegen bleiben und vom Spieler durch Drehen des Bechers auf einem Aktionsraster zugeordnet werden?

Klingt toll und ist auch toll, jedenfalls zu Beginn.

Samstag, 21. März 2015

Heroscape

Dazu reicht eine Grundbox des Spiels? Ja, ungefähr, aber zusätzlich noch
1x Swarm of the Marro,
3x Road to the Forgotten Forest,
2x Ticalla Jungle,
2x Battle for the Underdark
1x Fortress of the Archkyrie
und unzählige Figuren …
Noch einmal muss das Archiv dran glauben und wieder ist es ein Gralsspiel (irgendwie) und wieder ist es ein (nach meiner Meinung) „sehr gutes“ Spiel – und wieder ist es ein leider vergriffenes Spiel, für das auf dem Gebrauchtmarkt derzeit hohe Preise gezahlt werden. 

Heroscape (etwa: „Heldenlandschaft“) war zum Zeitpunkt des Erscheinens der Grundbox bereits sensationell: Eine riesige, randvoll gepackte Schachtel mit ca. 30 halbwegs ansehnlich fertig bemalten Figuren und mit pfundweise sechseckigen Plastikteilen, die wie ein Baukastensystem an- und aufeinander passen, und mit denen sich eindrucksvolle Landschaften gestalten lassen. Wer dieses Spiel im Regal eines Warenhauses – übrigens beim Erscheinen zu einem ausgesprochen günstigen Preis – gesehen hat, dachte dann auch prompt an (martialisches) Spielzeug, nicht daran, dass es sich um ein reizvolles Einsteiger-Tabletopspiel handeln könnte. Das war sicherlich der erste Sargnagel für das von Hasbro/MB 2004 herausgebrachte Spielsystem, denn es hat nur knapp über 5 Jahre überlebt.

Tabletop? Noch nie gehört? Wirklich noch nie gesehen, wie Jungs aller Altersgruppen kleine Metall- oder Plastikminiatur-Fantasyfiguren oder Science-Fiction-Helden zusammen basteln, teils atemberaubend schön bemalen und damit auf modelleisenbahnähnlichem Gelände epische Schlachten nachspielen? 

Montag, 9. März 2015

ZDF-Samstagabendshow: Das Spiel beginnt

❞Wetten, dass das Spiel bald aufhört?❝


Live konnte ich die neue Samstagabendshow des ZDF auf dem Sendeplatz von „Wetten, dass?“ nicht sehen (aber das konnte genau genommen fast niemand, siehe unten). Die Ursache meiner jetzt gut zweimonatigen Spieleabstinenz und der daher vergleichsweisen Ruhe in diesem Blog hatte just an diesem Abend (Test)Premiere, womit ich seit Sonntag endlich wieder etwas Zeit habe – und so bemühte ich am Sonntagabend die ZDF-Mediathek und habe mich tatsächlich ohne Vorspulen komplett durchgequält. Ach Quatsch, so schlimm war es gar nicht.

Damit bin ich natürlich mit meiner Besprechung des Formats (einer Gesellschaftsspiel-Show, in der Kinder gegen Erwachsene antreten) wieder mal viel, viel zu spät dran: Alle anderen haben schon Stunden nach der Ausstrahlung darüber geschrieben, und fast immer kein gutes Haar dran gelassen. Ich kann mich der meistens herben Kritik der Medien und Twitter-Kommentatoren jedoch nicht so ganz anschließen (ich bekrittele teils ganz andere Sachen), war die überwiegende Zeit ganz gut unterhalten, halte das Konzept aber trotzdem für kaum zu retten.

Freitag, 20. Februar 2015

A la carte

❞Verwürzt nochmal!❝


Schon wieder so’n alter Hut? Ja, so wie es aussieht, komme ich noch wochenlang nicht mehr zum (Brett)spielen, also muss das Archiv dran glauben. Immerhin kann man A la carte immer noch im gut sortierten Einzelhandel erwerben, immerhin war es 2010 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres und immerhin ist es ein wirklich sehr gutes Familienspiel. Und das beste: obwohl es ums Kochen geht, blickt einem von der Schachtel weder Lafer noch Lichter noch Melzer entgegen.

Noch eine weitere Anmerkung in eigener Sache: Dass ich am Entstehungsprozess der Neuauflage beteiligt war*, soll niemanden dazu verleiten, dies hier für Reklame zu halten. Ich habe inzwischen auf die eine oder andere Weise an dicke über 100 Spielprojekten mitgearbeitet - und nicht alle fand ich gut oder sehr gut. Wenn ich mit einem Projekt verknüpft war, über das ich nichts Gutes schreiben könnte (oder nichts Sinnvolles, denn nicht jedes an und für sich gute Spiel spiele ich auch mit Begeisterung), dann schweige ich in diesem Blog einfach. Jedenfalls meistens. Meine Begeisterung für A la carte ist ehrlich.  

Mittwoch, 11. Februar 2015

Team Work

❞Warum liegt … Stroh!❝

Ein gutes Partyspiel kennt feste Regeln, hat einen klaren Ablauf und eine klare Punktevergabe oder Siegbedingung, und es zeichnet sich dadurch aus, dass diese Dinge nach ein paar Runden keinen mehr wirklich interessieren. Der Spaß in vorzugsweiser großer Grunde ist so ungeheuer, dass Punktezählen fast völlig in den Hintergrund gerät. Jedenfalls ist das meine feste Überzeugung. Team Work, dem eine ebenso banale wie geniale Spielidee zugrunde liegt, gehört zu diesen Spielen. Außerdem muss ich mal eine Lanze für Dolly Buster brechen. Hm, das klingt jetzt irgendwie falsch … 

Mittwoch, 4. Februar 2015

Der unendliche Fluss

❞ Stoooop!❝

Drei Magier sind’s, die in ihren kleinen Booten über einen unendlichen Fluss schippern, und das liegt ja auch nahe, heißt der Verlag doch ebenfalls Drei Magier. Dumm nur, dass das Spiel für 2 bis 4 Personen ausgelegt ist, in Vollbesetzung steuert also ein Spieler keine Figur.
Was wie ein schlapper Scherz klingt, führt bei einigen Mitspielern tatsächlich zu erster Verwirrung: Wo ist denn „mein“ Boot? Dass bei dieser Spielidee keinem Spieler ein Boot gehört und dass jeder Spieler, der an der Reihe ist, immer (zwangsläufig) alle Boote bewegt, muss erst mal in den Köpfen ankommen. Na, immerhin ist ein Würfel dabei, der ja von Wenigspielern auch immer sofort in jedem Spielkarton vermutet wird.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Black Fleet

❞Treffer, versenkt!❝

So hätte ich mir die Gestaltung des Spielplans zu Freibeuter der Karibik gewünscht. Hier passt alles: die knuffigen Schiffsmodelle, die man mit Waren richtig beladen kann, die verspielt niedliche und doch professionell gekonnte Gestaltung der Karten, die Metallmünzen, der lustige Schachteleinsatz. All das in einem recht simplen Spiel mit schon fast banalen Spielmechanismen, die genial dadurch aufgewertet werden, dass es immer wieder neue Kombinationen aus Sonderfunktionen sind, die jeder Spieler im Verlauf der Partie kauft (und die ihn stärker machen). Tolle Sache, jedenfalls in den ersten Partien …

Mittwoch, 7. Januar 2015

Colt Express

❞Nur eine Fleischwunde, arrgh!❝

Flossen hoch! Geld her!
Ein echter Sechsschüsser als Größenvergleich.
Hui, schon wieder ein Western-Spiel, das sich in D nicht verkaufen wirdund wieder illustriert von Pierô und wieder eins, das bloß durch seine Kinderkram-Ausstattung blendet, hinter der also nicht allzu viel steckt.


Alles falsch! Glaube ich jedenfalls. Der Zeichenstil ähnelt dem von Pierô lediglich (die Personen von Jordi Valbuena, dem Colt-Express-Zeichner, haben ausgewogenere Proportionen, dafür sind Pierôs Zeichnungen detaillierter, seine Konterfeis einen Ticken individueller und besser koloriert) und das Spiel MUSS einfach auch hierzulande ein Renner werden, sonst falle ich vom oben erwähnten Glauben ab, auch wenn die Ausstattung – ein sensationeller Papp-Westernzug – nüchtern betrachtet wirklich überflüssig und fast schon hinderlich ist. Aber was hat Nüchternheit schon groß mit Brettspielen zu tun?

Donnerstag, 1. Januar 2015

Das magische Museum - Ravensburger SmartPlay, zweiter Nachtrag

❞Neues Jahr, neuer Versuch!?❝


Ravensburger hat mit einem zweiten Update (vom 17. Dezember 2014)  auf die immer noch nicht verstummenden, teils vernichtenden Kritiken (unter anderem beim großen Internet-Handelshaus) von Das magische Museum reagiert. Und wieder sind einige Mängel verbessert worden. Bei meinen neuen Versuchen (nach den bisherigen) ließ sich die App anscheinend mehr Zeit, bis sie das korrekte Ablegen von Rüstungen anmeckert, was sehr angenehm ist, der Museumswächter wurde immer korrekt erkannt, und auch alle getesteten Fluchtversuche vor dem Dino haben genau so funktioniert, wie es sein sollte. Aber – und hier kommt der zum Weiterklicken animierende Cliffhanger …