Montag, 28. April 2014

Dice Town

❞Der Sheriff ist korrupt.❝


Sheriffstern und Indianerwürfel stammen aus Erweiterungen,
also bitte keine Beschwerden an den Verlag!
Brettspiele mit Wild-West-Thema liegen in Deutschland wie Blei in den Regalen, heißt eine Einzelhändlererkenntnis. Das war tatsächlich schon immer so – trotz Karl May, trotz Western-Romanheftchenserien, trotz Jahrzehnten mit Scharen von Western-Kinogängern.

Auch Dice Town ist keine Ausnahme. Dessen Erstauflage verstaubte hier in den Regalen, während für den Rest Europas schon eine zweite Auflage nachgedruckt werden musste. Was weiß der Rest, was wir nicht wissen?

Montag, 21. April 2014

Android

❞Ihr wollt das wirklich spielen? Dann stellt euch mal auf 7 Stunden Spielzeit ein.❝


Ganz schön kaputt nach nur einer Partie
Android ist derzeit nicht erhältlich. Fantasy Flight Games ist jedoch der für Android geschaffenen Spielwelt treu geblieben, hat diverse Romane dazu veröffentlicht und auch die Neuauflage des hochgelobten Netrunner in diese Welt versetzt. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann eine (überarbeitete) Neuauflage dieses Brettspiels oder gar eine deutsche Version. Gespielt habe ich die US-amerikanische. 

Dieser Text wurde von mir in inhaltlich ein wenig abgewandelter Form bereits 2008 im Forum des Heidelberger Spieleverlags gepostet.


7 Stunden zu dritt? Ganz so schlimm war es dann doch nicht.

Nettospielzeit war 4 Stunden. 45 Minuten Aufbauzeit, plus etwa 1 Stunde Regelerklärung (und weitere Regeln "auf dem Weg").
Dank intensiver Regelvorarbeit war einer der Mitspieler eine fast immer sichere Bank bei auftauchenden Fragen - hätte man sich das ganze am Spielabend erarbeiten müssen, wären locker noch mal 2 Stunden dazu gekommen. Ewige Dankbarkeit ist ihm sicher.

Montag, 14. April 2014

It's Alive!

❞Es leeebt! Es leeeeebt!❝


Doch nicht mehr so lebendig – Cover der Erstauflage
Dieser Text wurde von mir in inhaltlich ein wenig anderer Form bereits 2008 auf der Website der SPIELBOX veröffentlicht. 

Der inzwischen wieder geschlossene Spielverlag Reiver Games war ein Ein-Mann-Unternehmen, das in seiner kurzen Existenz einige wenige Spiele herausgebracht hat. Darunter Yehuda Berlingers "Menorah"-Spiel, in dessen Prototyp die Spieler einen siebenarmigen Leuchter mit Kerzen bestücken müssen. Wow, was für ein unverbrauchtes Thema! Allerdings auch ein saulangweiliges.

Gut, dass Jackson Pope, der Verlagsinhaber, es in ein völlig neues Thema gekleidet hat.
Gegenstand war nun nicht mehr ein dröges, religiöses Symbol – nein, die Spieler wurden zu kleinen Frankensteins, die mit einem Labor (einem Sichtschirm) und einem Operationstisch (einer Ablagetafel) ausgestattet sind und Leben erschaffen wollen.

Montag, 7. April 2014

Ninja Galaxy

❞Auweia.❝


Stein-Thompson Games bestanden aus der deutschen Grafikerin Silke Stein und dem kanadischen Spieleerfinder und Experten im Erzeugen von Fremdscham Randy Thompson (nicht zu verwechseln mit dem Countrysänger). 

Der Verlag wurde vor allem durch sein Spiel Soccer Tactics bekannt, das eine ganz annehmbare und spaßige Fußball-Brettspielversion ist und sich recht gut weltweit verkaufte. Außerdem vertrieb man die Erstauflage des ziemlich guten kanadischen Partyspiels GIFT Trap in deutscher, leider etwas betulich übersetzter Version (dessen Neuauflagen, nun vom Heidelberger Spieleverlag vertrieben, sind deutlich besser).

Dann wollte man Ninja Galaxy herausbringen und fragte über die amerikanische Brettspielseite Boardgamegeek nach, wer Lust hätte, vorab eine Ausgabe des Spiels zu testen. Ich hatte, und postwendend kam das Spiel zu mir. Tolles Material, die schon aus Soccer Tactics bekannten, böse kuckenden, gelungenen Holzspielfiguren und verständliche, sauber layoutete Spielregeln. Klasse. Doch beim Regelstudium und einem ersten Spiel stellte sich heraus: eine reine Glücksorgie ohne echte Entscheidungen. Später schickte der Verlag noch ein Erweiterungsset, das angeblich mehr Taktik und Strategie ins Spiel bringen sollte. Es entpuppte sich aber lediglich als eine weitere Schicht aus Glückselementen. Für Kinder war das vielleicht ganz annehmbar, aber die Zielgruppe der anspruchsvolleren „Vielspieler“, die man erreichen wollte, sagte dem Verlag klipp und klar die Meinung. Nun begann das Drama.