Montag, 24. Februar 2014

Vampo


Die Zähne gewetzt und ihnen nach!❝

 Ja, schön wär’s, wenn Vampo an Polanskis „Tanz der Vampire“ erinnern würde. Für unbedarftere Naturen kommt vielleicht wirklich ein bisschen Spannung auf, wenn man mit zwei Würfeln würfelt, mit dem einem die Vampirfigur über die Felder mit Fledermaussymbol bewegt, mit dem anderen seine eigene Figur zieht, die vom Dorf aus ins Schloss marschieren und dort eine der dort in rauen Mengen festgehaltenen Prinzessinnen retten muss. Alle anderen sollten doch lieber die Finger davon lassen. 

Montag, 17. Februar 2014

S.P.I.V.S.

❞Ich fliege nach Filch ... ach nee, doch nicht.❝


Was für schöne Ideen hier in den Sand in den Sternenstaub gesetzt wurden.
Dabei klingt alles so gut: Jeder Spieler startet von einer Raumbasis am Spielfeldrand, mit dem Ziel, durch saugefährliche Weltraumbereiche fliegend diverse Planeten anzusteuern, auf denen es gilt, fremde Lebensformen einzufangen, um sie auf einer der Raumstationen teuer zu verkaufen. Dabei sind nicht nur die angedeuteten Gefahren des Alls ein Problem, sondern auch die Lebensformen selbst, denn sie haben Bedürfnisse oder Eigenheiten, die zu katastrophalen Kettenreaktionen in den Ladebuchten der Spieler-Raumschiffe führen können. Wie gesagt: das klingt großartig und erinnert an Hotel Life.

Montag, 10. Februar 2014

Super Gang

❞Schönen Laden ham Sie da, wär’ doch schade, wenn dem was passieren würde ...❝


Dieses Spiel um mafiös handelnde Erpresser- und Diebesbanden ist schon lange nicht mehr erhältlich und wird bis heute (2014) auf dem Gebrauchtmarkt hoch gehandelt. Zu Recht. Falls es nicht zu einem Plagiat kommt, wie bei einem gewissen anderen Spiel des Ludodelire-Verlags, der praktisch ausnahmslos Gralsspiele herausgebracht hat, wird man auch so schnell keine Neuauflage sehen: Die drei Rechteinhaber haben sich schon vor 20 Jahren hoffnungslos zerstritten – und alle Versuche, dort moderierend einzuschreiten oder das Thema überhaupt noch einmal anzuschneiden, werden brüsk abgeschmettert (ich weiß das aus eigener Erfahrung!).

Als das Spiel noch regulär im Handel zu bekommen war, habe ich bei einem kleinen, aber gut sortierten Spieleladen in Köln danach gefragt. Die Bedienung ließ durchblicken, dass sie es mir gerne verkaufen würde, aber ihr Chef da ganz eigene Ansichten hätte, warum es weder geführt, noch bestellt wird. Denn es handele sich um ein gewaltverherrlichendes Spiel, dem noch dazu eine echte Gummipfeilpistole beilag, und so etwas würde der Chef aus moralischen Gründen nicht führen. Dass im angrenzenden Nebenraum zentnerweise Fantasy-Rollenspielbücher mit axtschwingenden Orks auf dem Cover standen und ebenso Hundertschaften von Zinnminiaturen, die wenig friedliebend wirkten, war dagegen voll okay. Mit einer Pistole auf Gegner schießen, und seien diese auch bloß auf Pappziele gedruckt – nicht auszudenken, was das für Folgen haben könnte. Eine direkte Folge hatte es jedenfalls für den Laden, denn ich kaufte ab sofort nichts mehr dort (zumindest für die kommenden zwanzig Jahre). Und das, obwohl ich deren Rabattheftlein bis dahin schon ordentlich voll bekommen hatte.

Montag, 3. Februar 2014

Lost Valley of the Dinosaurs

❞Dino mit Lippenstift?

Eigentlich muss der rechte braune Tiefziehplastikteilberg
nach links (wir Deutschen mögen keine tollen
Dinosaurierabenteuergeschichtenschreiber haben, aber,
Teufel auch, lange Wortungetüme bilden, das können wir)
Dummerweise ist bei meiner Ausgabe dort der Spielplan
nicht entsprechend ausgestanzt. Ein Fehldruck.
Arthur Conan Doyle ist bei uns als Erfinder von Sherlock Holmes bekannt. Dass von ihm auch die oft verfilmte Fantasy-Geschichte The Lost World stammt, in der ein Trupp englischer Forscher und Abenteurer ein Hochplateau in Südamerika entdeckt, auf dem noch Urzeitwesen wie Dinosaurier existieren, weiß in Deutschland kaum einer. Tolle Story, die zwar schon über 100 Jahre auf dem Buckel hat, aber in vieler Hinsicht ausgesprochen moderne Züge trägt und schon oft, aber leider noch nie werkgetreu verfilmt wurde: Eine Liebesgeschichte kommt darin zum Beispiel nur als Rahmenhandlung vor, 1912 hatten Frauen auf Abenteuerexpeditionen eben noch nichts zu suchen. Dafür ist die Original-Rahmenhandlung äußerst amüsant und verstößt gegen gängige Erzählkonventionen. Als Die vergessene Welt kann man das Buch hierzulande auf Deutsch bekommen.

Ja, die Angelsachsen haben eine echte Tradition, spannende Dinosauriergeschichten zu erzählen. Bei der Brettspielumsetzung haben sie leider weitgehend gepatzt.